Grobe Fehler im Trassenauswahlverfahren

  • Freitag, 02 September 2022 14:46
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(2 Stimmen)
V.l.n.r. Stv. Landrat Walter Brilmayer, Bürgermeister Christian Bauer, Andreas Brandmaier, MdB Andreas Lenz, Florian Solfrank, MdL Thomas Huber V.l.n.r. Stv. Landrat Walter Brilmayer, Bürgermeister Christian Bauer, Andreas Brandmaier, MdB Andreas Lenz, Florian Solfrank, MdL Thomas Huber Büro Thomas Huber

Überparteiliches Bündnis weist auf fehlerhafte Berechnungen hin

Das Trassenauswahlverfahren der Deutschen Bahn zum Brenner-Nordzulauf weist grobe handwerkliche Fehler auf. Zu diesem Schluss kommen Ebersbergs Stimmkreisabgeordneter im Bayer. Landtag Thomas Huber, Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz, Bürgermeister Christian Bauer und stv. Landrat Walter Brilmayer in Vertretung von Robert Niedergesäß in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Kern der Pressekonferenz war die detaillierte Analyse des Niclasreuther Ingenieurs Andreas Brandmaier, dem zahlreiche Fehler im Auswahlverfahren aufgefallen waren. Es scheint, als hätte die Bahn sich gezielt ihre bevorzugte Trasse schöngerechnet, während insbesondere die in der Region bevorzugte türkise Bürgertrasse schlechtgerechnet wurde.

Dazu sieht Andreas Brandmaier eine ganze Reihe von Anhaltspunkten. So sei etwa beim Lärmschutz der Neubau ohne Berücksichtigung der – so oder so bleibenden – zweigleisigen Bestandsstrecke geprüft worden. Für diese sieht die Bahn keine Lärmschutz-Maßnahmen vor – obwohl sie bei einem bestandsnahen Ausbau dazu verpflichtet wäre. Denn bei einer Streckenführung am Bestand würde ein Höchstmaß an Lärmschutz erfolgen - während bei der Trasse Limone kaum Lärmschutzmaßnahmen gegeben wären. Die Bewertung spiegle das nicht wider. „Das widerspricht nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens“, so der Ingenieur. „Je näher am Bestand, desto schlechter die Trasse“ – das sei die Rechnung der Bahn. An einer Stelle hätten die Planer der Trasse „Orange“ sogar eine längere Lärmschutzwand als „Türkis“ verpasst – obwohl dort beide Strecken deckungsgleich verliefen

Seltsam scheint weiterhin, dass die Bahn für die einzelnen Trassen von komplett unterschiedlichen Grundstückspreisen für den Grunderwerb ausgeht. Liegt der Quadratmeterpreis bei allen anderen Trassen zwischen 32 und 36 Euro, sind es bei der Variante "Türkis" ganze 51,90 Euro. Auch die Kostenansätze für die einzelnen Gewerke sind nicht nachvollziehbar.

Unverständlich und nicht plausibel ist für das überparteiliche Bündnis, an dem auch Landtagsabgeordnete Doris Rauscher beteiligt ist, auch die fragwürdige Ermittlung der Grenzwerte und die willkürliche Auswahl der Normierungsmethode. Die Grenzwerte sind so gesetzt, dass die Trasse Türkis sehr oft „Pech“ hat und knapp weniger Punkte bekommen, während die Trasse Limone oft glücklich in die nächstbessere Bewertungsstufe fällt. So ergibt sich dann der minimale Punktevorsprung der Trasse Limone, die mit erheblichen Eingriffen in Natur und Umwelt verbunden ist. So erklärt Thomas Huber: „Für die Trasse Limone müssen bis zu 1,6 Millionen Kubikmeter Erde aus der unbebauten Landschaft abgefahren werden, während es bei unserer Bürgertrasse nur 0,03 Mio. Kubikmeter wären. Es ist mir nach wie vor unerklärlich, wie die Bahn diesen unzumutbaren Landschaftsverbrauch rechtfertigt.“

Das überparteiliche Bündnis geht nicht davon aus, dass das Ergebnis der Bahn vor Gericht standhalten würde und fordert die Bahn auf, zu den angesprochenen Punkten Stellung zu nehmen: "Wenn die Bahn einen Fehler gemacht hat, dann erwarte ich, dass sie diesen Fehler korrigiert", so Thomas Huber. Anfang September soll es deshalb ein Treffen mit den Projektplanern der Bahn und dem Bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter geben, bei dem das Bündnis seine Kritik erneut vortragen will.

 
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